podiumsdiskussion

Themenbeschreibung: Frauen auf dem Balkan – Wo bleibt der Respekt?

Einen Mitschnitt der Diskussion als Podcast finden Sie hier (Mitschnitt von Radio Lora): 

Teil 1: 

Teil 2: 

Teil 3: 

Obwohl heutzutage Frau und Mann in allen Balkanstaaten vor Gesetz gleichberechtigt sind, bleibt der Balkan nach wie vor eine von traditionellen und patriarchalischen Normen geprägte Region. In vielen Lebensbereichen werden Frauen weiterhin benachteiligt: Frauen übernehmen den Großteil des Haushalts und der Kindererziehung, sie sind öfter von Arbeitslosigkeit betroffen, sie verdienen weniger und sind seltener in Führungspositionen zu finden. In den kriegerischen Auseinandersetzungen der 1990er Jahre wurden vor allem Frauen Opfer von Gewalt und Traumatisierung.  In den letzten Jahren hat auch die häusliche Gewalt gegen Frauen zugenommen und das Recht auf Abtreibung wurde von konservativen gesellschaftlichen Kreisen infrage gestellt. Deswegen sehen sich viele Frauen im Balkan immer noch in einer Opferrolle, sei es als Opfer von systematischer Diskriminierung oder von häuslicher Gewalt.

Was aber oft durch diese diskriminierenden Umstände in den Hintergrund gedrängt wird, ist der Mut, die Kraft und der Kampf der Frauen in diesen Ländern.

Wir fragen uns: Wo bleibt der Respekt gegenüber den Frauen, die um ihre Rechte und eine bessere Gesellschaft gekämpft haben und weiterhin kämpfen? Wo bleibt Anerkennung für erfolgreiche Wissenschaftlerinnen, Schriftstellerinnen oder Künstlerinnen? Wo bleibt die Wertschätzung für die Frauen, die während und nach den zerstörerischen Jugoslawienkriegen Friedensarbeit geleistet haben? Wo bleibt die Achtung gegenüber den Müttern, die mit ihren Kindern flüchteten und für sie ein neues Leben in einem fremden Land aufbauten? Werden die Errungenschaften und Erfolge von Frauen in der heutigen Gesellschaft überhaupt wahrgenommen?

Bei den 14. Balkantagen wollen wir durch Podiumsdiskussionen, Theater, Ausstellungen, Filme und Lesungen versuchen, diese Fragen zu beantworten und den stereotypen Bildern entgegenwirken. Wir laden Künstlerinnen, Journalistinnen, Schriftstellerinnen und andere mutige Frauen aus den Balkanländern ein und lassen sie selbst zu Wort kommen, mit dem Ziel die Stellung der Frau auf dem Balkan in all ihrer Komplexität – von der Vergangenheit bis zur Gegenwart – darzustellen.

 

zurück 

Moderation und Gäste :

Adelheid Wölfl

hat einen Magister-Abschluss in europäischen vergleichenden Sozialwissenschaften und absolvierte einen Lehrgang für Magazin-Journalismus in Wien. Sie arbeitete zunächst beim Nachrichtenmagazin ‚profil’ (bis 2002) und spezialisierte sich ab 2004 bei der österreichischen Tageszeitung ‚Der Standard’ auf Südosteuropa. 2011 erhielt sie den Journalistenpreis der Südosteuropa-Gesellschaft für ihre hervorragende Berichterstattung aus der Region. Seit 2012 arbeitet sie als freie Korrespondentin – auch für deutsche Tageszeitungen. Sie lebt in Sarajevo.

Nora Hasani
Geschäftsführerin der German-Kosovar Business Association, hat sich auf die Unterstützung und Stärkung der bilateralen wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und dem Kosovo konzentriert. Über ihre Rolle bei der Business Association hinaus ist Frau Hasani eine starke Befürworterin der Stärkung von Frauen, insbesondere ihrer Position auf dem kosovarischen Arbeitsmarkt, in der Gesellschaft und bei der Unterstützung von jungen Menschen, alleinerziehenden Müttern und Familien mit kleinen Kindern.

Sonja Biserko

geboren 1948 in Belgrad. Sie absolvierte die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Belgrad, machte eine 17-jährige diplomatische Karriere im ehemaligen Jugoslawien und trat aus dem Außenministerium zu Beginn der Auflösung Jugoslawiens aus. Sie war Mitbegründerin der Europäischen Bewegung in Jugoslawien (1991), des Zentrums für Antikriegsaktion (1991), des Helsinki-Komitees für Menschenrechte in Serbien (1994) und des Forums für Internationale Beziehungen (1996). Sie arbeitete an verschiedenen Bürger- und Menschenrechtsprogrammen mit, u.a. als Senior Fellow im U.S. Institute for Peace in Washington D.C., und ist Autorin mehrerer Bücher sowie zweifache Preisträgerin für Menschenrechtsarbeit (New York / Weimar).

Sonja Biserko ist seit 1995 Vorsitzende des Helsinki-Komitees für Menschenrechte.

Dr. Jagoda Rošul-Gajić ist Mitgründerin von Galena Consulting, einem innovativen Beratungsunternehmen mit dem Schwerpunkt Vielfalt und Inklusion. Sie ist in Mali Lošinj, Kroatien, geboren. Seit 2001 lebt sie und arbeitet in München.

Frau Rošul-Gajić hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München Politische Wissenschaft studiert und an der Universität der Bundeswehr München promoviert. Von Juli 2016 bis Dezember 2019 leitete sie die Stabsstelle „Vielfalt für interkulturelle Öffnung und Öffnung für LGBT“ bei der MÜNCHENSTIFT GmbH. Bis Juli 2015 als Dozentin und Gastwissenschaftlerin an der Columbia University, USA, tätig. Davor hat sie als Bildungsreferentin und Projektmanagerin in der Frauenakademie München e.V. gearbeitet. In den 90er Jahren war sie in Kroatien im Bereich Frauenmenschenrechte aktiv. Seit 2015 ist sie als Lehrbeauftragte an verschiedenen deutschen Universitäten und Fachhochschulen tätig.

Arbeitsschwerpunkte: Migration, Integration, Interkulturelle Personalentwicklung, Interkulturelles Management, Gleichstellung, Frauenmenschenrecht, Konfliktforschung.

 

 

 

 

Danke an unsere Förderer und Kooperationspartner!

FÖRDERER

KOOPERATIONSPARTNER

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Erfahren Sie über unsere Aktivitäten aus erster Hand. Wir schreiben Ihnen wenn es Neuigkeiten gibt.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Erfahren Sie über unsere Aktivitäten aus erster Hand. Wir schreiben Ihnen wenn es Neuigkeiten gibt.