April 2022

2022Do 28Apr18:00Festliche Eröffnung der Balkantage

Info

18:00 Uhr: Eröffnung der 16. Balkantage durch Frau Bürgermeisterin Katrin Habenschaden, Begrüßungen, Kulturprogramm
19:00 Uhr: Diskussionsrunde

 „Unsere Opfer – eure Täter“ – Erinnerungskultur und Vergangenheitsbewältigung auf dem Balkan“

Der gesellschaftliche Umgang mit der Kriegsgeschichte auf dem Balkan ist von einer stark polarisierten Erinnerungskultur geprägt. In den öffentlichen Diskursen der Länder werden oftmals gegensätzliche Täter-Opfer-Narrative propagiert mit einem starken Fokus auf der Leidensgeschichte der jeweils „eigenen“ Gruppe, während eine gemeinsame und grenzüberschreitende Vergangenheitsbewältigung und Aufarbeitung der Kriegsgeschichte ausbleiben. Solch kollektive Erinnerungen werden auch in den Familien häufig von Generation zu Generation weitergeben. Wenig überraschend führt daher das Gedenken an bestimmte Kriegsereignisse aus sehr unterschiedlichen Perspektiven häufig zu gesellschaftlichen und politischen Konflikten innerhalb und zwischen den Ländern des Balkans. Darüber hinaus wird die Geschichte des Balkans, obwohl integraler Bestandteil der Geschichte Europas, von westeuropäischen Geschichtsnarrativen und Erinnerungskulturen häufig ausgeblendet.

Vor diesem Hintergrund wird die Podiumsdiskussion das Thema Erinnerungskultur auf dem Balkan, insbesondere in Bosnien-Herzegowina, näher beleuchten und diskutieren, wie ein konstruktiver Umgang mit der gemeinsamen Geschichte erreicht werden kann. Wie kann eine integrative und konstruktive Erinnerungskultur geschaffen werden, die dem Anspruch aller Menschen auf Trauer gerecht wird? Wie können einseitige Täter-Opfer-Narrative bewältigt und eine Akzeptanz für alle Betroffenen der Kriege erreicht werden? Welche Rolle spielen dabei die Bereiche Bildung und Kultur? Wie kann eine Integration von west- und südosteuropäischer Erinnerungskultur und Geschichtsverständnis gefördert werden? 

In Kooperation mit der Südosteuropa-Gesellschaft

Kulturprogramm

Nadina Memagić: Performance „Migrantenkind“

Nadina Memagić kanakisiert und ent-elitisiert, sassyclassy am Klavier, die urdeutsche Kunstform des Kabaretts. Sie schreibt Lieder über Kapitalismus, Umwelt, Mutterschaft, Flucht und Abschiebung und das Whitepassing-Kanakin-Sein.

20:30 Uhr: Traditioneller Sektempfang

20 Uhr bis 22 Uhr: Im Anschluss an die Eröffnung im Saal legt DJane SPOMA von 20 bis 22 Uhr in der Galerie Einwand im Münchner Stadtmuseum Balkan Beats, Punk, Klezmer auf.

DJane SPOMA gilt als eine der ersten Promoterinnen von Balkan Partys in München. Die aus dem Balkan stammende Münchnerin ist mit Bands wie Mahala Rai Banda, Kocani Orkestar, La Caravane Passe aufgetreten und hat auf verschiedenen Festivals im In- und Ausland dafür gesorgt, dass die weltmusikalischen Beats nicht nur gute Laune verbreiten, sondern auch zum Tanzen bewegen.

Bitte beachten: Die Galerie Einwand ist nicht barrierefrei zugänglich.