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Filmgespräch mit Ines Tanovic

Am 10.03.2020 wurde im Rahmen der Balkantage der Film „Son“ (sbk. „Sin“) gezeigt. Zugleich war Ines Tanovic, die u.a. Regisseurin und Drehbuchautorin des Filmes ist, bei einem Filmgespräch mit ihrem Produzenten und Dr. Katja Kobolt im Carl-Amery-Saal des Gasteig zu Gast. Der Film ist im serbokroatischen Raum dafür bekannt, dass er als Oskar-Beitrag von Bosnien-Herzegowina eingereicht wurde.
 
Frau Tanovic gab uns bei einem Filmgespräch Einblicke in die Motivation für den Film und zu ihrer Arbeitsweise. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, die sozialen Strukturen der Zeit nach den Bosnienkriegen zu charakterisieren. Dies wurde durch die Darstellung eines Lebensausschnitts eines adoptierten Jungen in einer mittelständischen Familie und seines Kampfes mit seiner Identität erreicht.
 
Der Film „Son“ steht in loser Verbindung zu einem Vorfilm, in welchem u.a. den Vater des Sohnes als Figur vorkommt. Notwendig für das Verstehen von „Son“ ist dieser Vorfilm jedoch nicht – er ist mehr Zeugnis für den Willen von Tanovic, die Gesellschaft des Nachkriegs mehrschichtig und realistisch darzustellen.
 
Auch Psychologie spiele bei „Son“ eine Rolle, so Tanovic. Alle Charaktere würden aus einer ihnen entsprechenden Logik heraus handeln, jede der streitbaren Positionen habe seine Berechtigung, jede Person sei ein Spiegel eines Teils dieser tief erschütterten Gesellschaft.
 
Ines Tanovics Arbeitsweise ermöglichte die Erstellung dieses Meisterwerks bei einem Budget von 150.000 Euro – was sehr wenig ist für die Filmbranche. Bis zu zwölf Drehbuchvarianten habe sie vorab für einzelne Szenen geschrieben. Die tatsächlichen Dreharbeiten wurden bei teils drei Szenen pro Tag über einen Zeitraum von dreiundzwanzig Tagen vorgenommen. Die einzelnen Szenen sind aus einem Guss, teilweise ist sogar die erste Aufnahme so gelungen, dass sie für das Endprodukt hergenommen werden konnte – wie z.B. die Szene in einer Gondel, in welchem der Sohn und seine Freunde Russisch Roulette „spielen“.
 
Zuschauer des Filmes fühlten sich an ihre eigenen Erfahrungen im Sarajevo der Nachkriegszeit erinnert. Zudem gab das offene Ende viel Stoff zu Reflexion und Überlegungen, was die Zukunft für den Sohn bereithalten wird. Man kann hoffen, dass Tanovic einen weiteren Film mit Antworten auf die vielen für ihn offenen Fragen drehen wird

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