Literaturtag

Gäste und Moderation:

Ivana Bodrožić, geboren 1982 in Vukovar/Kroatien, lebt in Zagreb, schreibt Poesie und Prosa. Ihre Lyrik wurde in internationalen Literaturmagazinen und Anthologien abgedruckt. Für ihr Romandebüt „Hotel Nirgendwo“ (dt. Wien, 2012) erhielt sie mehrere Preise, u.a. den Kiklop-Preis (2010), der zweite Roman „Rupa“ (= „Das Loch“) wurde noch nicht ins Deutsche übersetzt, dafür aber einige ihrer Erzählungen aus dem Sammelband mit Themen aus dem Leben von Frauen in Kroatien heute, die unter dem Titel „100% Pamuk“ (=100% Baumwolle) erschienen sind.

Zum Roman „Hotel Nirgendwo“: „Ivana Bodrožić erzählt davon, wie Krieg zur Normalität wird. Ihr Debüt ist die Geschichte eines jungen Mädchens, das während des Krieges in Kroatien heranwächst, aber nie die Hoffnung verliert. Mit neun Jahren, 1991, muss sie aus Vukovar flüchten. Schon bald ist ihr Vater verschwunden, täglich hofft sie auf eine Nachricht von ihm. Im Lager schließt sie neue Freundschaften und erlebt das, was Pubertät ausmacht. Das Buch ist ein großes Dokument der Selbstbehauptung, voller Witz und Leichtigkeit, ohne falsche Sentimentalität. Mit den Augen von Ivana Bodrožić betrachtet, erscheint die Realität des Krieges in einem neuen Licht.“ (Aus der Ankündigung des Hanser/Zsolnay Verlags)

Nina Basovic Brown, geboren 1973 in Münchberg/Landkreis Hof, lebt mit Mann und Sohn in München. Sie absolvierte ein bi-nationales Studium der Europäischen Betriebswirtschaft in Cambridge und Landshut und war bei verschiedenen internationalen Unternehmen tätig. 2007/2008 war sie Meisterschülerin an der Drehbuchwerkstatt der Filmhochschule München und 2009/10 Stipendiatin der Akademie für Kindermedien im Bereich Drehbuch. Ihr Debütroman „Leontine – oder warum Pinguine fliegen können“ gewann 2019 das Literaturstipendium der Landeshauptstadt München.

Zum Roman „Leontine – oder warum Pinguine fliegen können“: „Das komplizierte Lügenkonstrukt birgt aber auch die Gefahr, Leontine in dieser Phase der jugendlichen Selbstfindung selber zu verschlingen. Zum Glück stößt sie auf unerwartete Unterstützung durch die zunächst bieder wirkende Nachbarin Frau Schulze und den neuen Mitschüler Lav, der gerade frisch aus Bosnien nach München gekommen ist. Gemeinsam entwickeln sie ein Netz, das tragfähiger ist als die Lügen.
Nina Basovic überzeugt durch die lebendige und lebensnahe Wiedergabe der Gedankenwelt ihrer jugendlichen Ich-Erzählerin, in der Vehemenz und Selbstironie ebenso Platz haben wie poetische Bilder für die Beschreibung innerer wie äußerer Umstände. Die warmherzig gezeichneten Figuren und der dramaturgisch äußerst geschickte Aufbau der Kapitel tragen zusätzlich dazu bei, die Leser direkt in den Bann zu ziehen, für ein Lesevergnügen, das auch eine große Menschlichkeit ausstrahlt.“ (Aus der Jury-Begründung für das Literaturstipendium der Landeshauptstadt München)

Dragica Rajčić Holzner, geboren 1959 in Split, wuchs in Kroatien auf; lebt in Zürich und Innsbruck und ist mit Johann Holzner verheiratet. Nach dem Abitur und einem Australienaufenthalt kam sie 1978 in die Schweiz, wo sie als Putzfrau, Büglerin und Heimarbeiterin tätig war. 1988 kehrte sie nach Kroatien zurück. Sie gründete dort die Zeitung Glas Kaštela und arbeitete als Journalistin. 1991 floh sie während der Jugoslawienkriege mit ihren drei Kindern in die Schweiz, wo sie sich in der Friedensarbeit engagierte. Es erfolgte ihr Studium „Soziokulturelle Animation“ an der HSA Luzern. Dragica Rajčić begann Anfang der Siebzigerjahre mit dem Schreiben, zuerst in ihrer Muttersprache. Seit ihrem ersten Aufenthalt in der Schweiz entstanden auch Gedichte, Kurzprosa und Theaterstücke in deutscher Sprache. Rajčić pflegt in ihren deutschsprachigen lyrischen Werken häufig einen bewusst an das so genannte „Gastarbeiterdeutsch“ angelehnten, an der Oberfläche rudimentär-fehlerhaft wirkenden Stil.

Zum Roman/Poem „Glück“ (Luzern, 2019): „Glück ist ein Dorf und kein Umstand, der die Menschen aus diesem Dorf besonders oft heimsucht. Im Gegenteil, nur Unglück nimmt Ana mit, als sie Glück verlässt. Und einen gewalttätigen Mann. In gebrochener und poetischer Sprache erzählt Dragica Rajčić Holzner vom Sich-verlieren und Wiederfinden und von männlicher Gewalt.“ (Aus: bookgazette, 15. Oktober 2019)

Alida Bremer, geboren 1959 in Split; lebt in Münster. Promotion im Fach Vergleichende Literaturwissenschaft. Für ihre literaturwissenschaftliche, schriftstellerische und übersetzerische Arbeit bekam sie zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u.a. das „Grenzgänger“-Stipendium der Robert Bosch Stiftung für die Arbeit am Roman Olivas Garten (2013, TB 2017). Ihre Essays, Kolumnen, Erzählungen und Gedichte wurden in Zeitungen, Zeitschriften und Internetportalen veröffentlicht (u.a. Der Spiegel, Lettre International, Manuskripte, Lichtungen, Schreibheft, Zeit Online, Citybooks, Stimmen der Zeit, Vjesnik) und in verschiedene Sprachen übersetzt. Das unveröffentlichte Manuskript des Romans „Die Korallenprinzessin. Drehort Adria 1936“ wurde für den Alfred-Döblin-Preis 2017 nominiert. Im Jahr 2018 wurde sie als Übersetzerin mit dem Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt ausgezeichnet.

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